Interkultureller und digitaler Kochabend

Ausgangspunkt

Menschen aus der Mehrheitsbevölkerung und mit Migrations- oder Fluchtgeschichte äußern häufig den Wunsch, mehr Kontaktmöglichkeiten zum gegenseitigen Kennenlernen zu haben. Gemeinsames Kochen und Essen stellt eine gute Möglichkeit dar, Menschen zusammenzubringen und eine Begegnung auf Augenhöhe zu ermöglichen. Zu Zeiten einer Pandemie, in denen Kontakte möglichst beschränkt werden sollen, kann über das Format eines digitalen, interkulturellen Kochabends eine Begegnung ohne ein analoges Aufeinandertreffen möglich gemacht werden.

Zielgruppe

Alle Bewohner*innen

Ziele

Ziel dieser Veranstaltung ist die Schaffung eines Rahmens, in dem Menschen verschiedener Hintergründe aufbauend auf einem gemeinsamen Interesse mit Offenheit und gegenseitigem Respekt aufeinandertreffen können. Die Hobby-Köch*innen, die aufgrund ihrer Migrations- oder Fluchtgeschichte häufig als hilfsbedürftig wahrgenommen werden, schlüpfen in die Rolle der Anleiter*in und werden so in ihrem Selbstbewusstsein gestärkt. Für die Teilnehmenden wird Migration als Bereicherung erlebbar gemacht und sie lernen neue Gerichte aus verschiedenen Ländern kennen. Über das Format kann Begegnung auf Augenhöhe funktionieren: Die Geflüchteten und Migrant*innen können sich als Expert*innen in ihrem Gebiet (Kochen) präsentieren.

(Siehe auch Veranstaltung „101-Worte – Fremdsprache als Geschenk“)

https://wss-migration.de/project/101-worte-fremdsprache-als-geschenk/

 

 

 

Format

Einmaliger oder regelmäßig stattfindender digitaler Kochabend

Inhalte/Vorgehen

  1. Suche nach Koch*Köchin
  2. Vorbereitungsgespräch mit Koch*Köchin und Ausformulierung des Rezeptes
  3. Sprachmittlung organisieren
  4. Verträge vorbereiten und unterschreiben lassen
  5. Werbung
  6. Planung des Einkaufs und der Lieferung
  7. Planung des Onlineformats
  8. Vorbereitungen am Tag der Veranstaltung
  9. Ablauf der Veranstaltung

Zunächst muss eine Person gefunden werden, die als Koch*Köchin fungieren möchte und bereit ist, vor der Kamera ein Gericht aus dem eigenen Herkunftsland zuzubereiten. In einem Gespräch mit dem*der Koch*Köchin wird das gewählte Rezept ausformuliert und eine Liste der nötigen Kochutensilien und Lebensmittel erstellt (s.u. Beispiele für Rezepte). Bei diesem Gespräch sollte auch der Ablauf des Kochabends durchgesprochen werden und entschieden werden, ob eine Sprachmittlung benötigt wird. Zudem müssen die Honorarverträge für die kochende Person und ggf. Sprachmittler*in vorbereitet und unterschrieben werden. Gleichzeitig muss die Veranstaltung über verschiedene Kanäle beworben werden, sodass sich Interessierte anmelden können (s.u. Beispiel-Flyer). Für die Lieferung der Lebensmittel müssen die Teilnehmenden bei der Anmeldung ihre Adresse angeben. Ein Tag vor der Veranstaltung sollten die Lebensmitteln eingekauft und auf Kisten verteilt werden. Das Rezept und evtl. eine Datenschutzerklärung gehören ebenfalls in die Kisten (s.u. Beispiel für eine Datenschutzerklärung). Die Kisten müssen nun an die Teilnehmenden ausgeliefert sowie ein Link für die Online-Konferenz vorbereitet und verschickt werden.

 

Vor Beginn der Veranstaltung sollte die Technik überprüft (Kameras, Headsets etc.) und alle Lebensmittel und Kochutensilien in der Küche bereitgelegt werden. Zudem sollte eine Person für die Technik (Stummschaltungen, Störungen, Chatüberwachung) und eine andere Person zur Unterstützung der kochenden Person (Schnippelarbeiten etc.) bestimmt werden. Wenn alle Teilnehmenden eingeloggt sind, sollte eine kurze Vorstellungsrunde erfolgen und der Ablauf des Kochabends erläutert werden. Schön ist es, wenn der*die Koch*Köchin ein paar mehr Worte zu sich und dem ausgewählten Rezept erzählt (Bsp. im Ablaufplan). Um eine schöne Atmosphäre zu schaffen, sollten die Teilnehmenden als auch die kochende Person während der gemeinsamen Zubereitung des Gerichts Fragen stellen können. Es sollte darauf geachtet werden, dass alle Beteiligten die Arbeitsschritte ungefähr gleichzeitig durchführen, damit alle zusammen fertig werden.

 

Am Schluss wird das Gericht gemeinsam probiert und es bietet sich an, eine Abschlussrunde zu machen. Vor dem eigentlichen Essen kann die Veranstaltung beendet werden, sodass die Teilnehmenden es sich jeweils zu Hause gemütlich machen können

 

Referent*in/Dozent*in

Hobbykoch*köchin mit Migrationsgeschichte, ggf. Sprachmittler*in, 1 Person für technische Unterstützung und 1 Person für Unterstützung bei Kocharbeiten

Zeitraum/Dauer/Gruppengröße

2-3 Stunden, 5-10 Personen

Räumlichkeiten und Ausstattung

  • Küche mit Kochutensilien
  • 2 Laptops, 2 Kameras, 2 Headsets

Ausgaben/Positionen

  • Lebensmittel
  • Fahrtkosten
  • Honorar für Koch*Köchin
  • Honorar für Sprachmittler*in
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Werbung

  • 1-2 Wochen vorher in die Presse/Zeitung
  • Werbung auf Homepage
  • Ankündigung über digitale Netzwerke (E-Mail-Verteiler)
  • print (Beispiel-Flyer s.u.)
k

Sonstiges

Zur Optimierung der Veranstaltung können im Nachgang Evaluationsbögen verschickt werden

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Besonderheiten des ländlichen Raums:

Ein digitaler Kochabend eignet sich gut für den ländlichen Raum. Der Aufwand, den viele Menschen in diesen Gebieten betreiben müssen, um Angebote zu erreichen, ist oft sehr groß. Eine Veranstaltung, bei der von zu Hause aus mitgemacht werden kann und sogar die Lebensmittel für die Teilnahme geliefert werden, ist mit wenig Hürden verbunden und erhöht die Wahrscheinlichkeit für eine rege Teilnahme aus der ganzen Umgebung.

    Europa foerdert
Dieses Projekt wird aus Mitteln des Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds kofinanziert

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