Empfang des niedersächsischen Landesbeauftragten für Migration und Teilhabe

Ausgangspunkt

Im Asyl- und Migrationszentrum Café Dialog der Werk-statt-Schule Northeim begegnen sich täglich Menschen mit Fluchterfahrung und/oder Migrationsgeschichte. Der Standort bietet vielfältige Unterstützungsangebote, darunter Migrationsberatung, Sprachkurse sowie Gruppen- und Einzelangebote. Die Besucher*innen stammen aus unterschiedlichen Herkunftsländern, unter anderem aus Syrien, Iran, Irak, Afghanistan, Eritrea und Somalia, und bringen vielfältige Lebensrealitäten, Erfahrungen und Zukunftserwartungen mit.

Gleichzeitig verbindet viele von ihnen die Erfahrung von Diskriminierung sowie die Konfrontation mit Vorurteilen und stereotypen Zuschreibungen im Alltag in Deutschland. In institutionellen Kontexten erleben sie häufig, dass ihre Lebensrealitäten nicht ausreichend wahrgenommen werden und ihre Herkunft primär defizitorientiert betrachtet wird. Auch in der Mehrheitsgesellschaft besteht oft ein unzureichendes Bewusstsein dafür, dass es sich bei Menschen mit Fluchterfahrung um eine heterogene Gruppe mit individuellen Geschichten, Perspektiven und Ressourcen handelt.

Vor diesem Hintergrund entstand der Wunsch, Räume zu schaffen, in denen diese individuellen Erfahrungen, Perspektiven sowie Ideen, Träume und Hoffnungen sichtbar gemacht werden können und Gehör finden. Die szenische Lesung setzt genau hier an und ermöglicht es, persönliche Geschichten zu erzählen und einen Perspektivwechsel bei den Zuhörenden anzustoßen.

Zielgruppe

Northeimer Hauptamtliche und Ehrenamtliche aus dem Integrationsbereich, darunter Vertreter*innen von Institutionen wie Beratungsstellen, Polizei, Schulen, Jobcenter, Agentur für Arbeit, Sprachkursträger, Handwerkskammer sowie lokale Initiativen und Vereine. Darüber hinaus werden auch Vertreter*innen kleinerer umliegender Kommunen einbezogen, um den Austausch über kommunale Grenzen hinweg zu fördern.

Ziele

Der Empfang des niedersächsischen Landesbeauftragten für Migration und Teilhabe, Deniz Kurku, bietet eine wertvolle Gelegenheit, die bestehenden Integrationsstrukturen in Northeim sichtbar zu machen. Dabei werden sowohl bisherige Erfolge als auch aktuell laufende Projekte vorgestellt, um einen umfassenden Überblick über die Integrationsarbeit vor Ort zu geben.

Ein zentrales Anliegen der Veranstaltung ist der fachliche Austausch über Herausforderungen und Bedarfe in der Migrations- und Integrationsarbeit. Durch den direkten Dialog zwischen lokalen Akteur*innen und Landesebene können Bedarfe gebündelt und Impulse für die Weiterentwicklung von Maßnahmen gewonnen werden.

Darüber hinaus trägt die Veranstaltung zur Sensibilisierung für die Lebensrealitäten und Bedarfe von Menschen mit Migrations- und Fluchterfahrung bei. Insbesondere durch die Einbindung eines kreativen Beitrags (szenische Lesung) werden individuelle Perspektiven sichtbar gemacht und in den fachlichen Diskurs eingebracht.

Die Veranstaltung leistet zugleich einen Beitrag zur interkulturellen Öffnung lokaler Strukturen, indem sie institutionelle Akteur*innen miteinander vernetzt, Perspektivenvielfalt sichtbar macht und Reflexionsprozesse in den beteiligten Einrichtungen anstößt.

Nicht zuletzt dient der Empfang der nachhaltigen Vernetzung der verschiedenen Akteur*innen. Ziel ist es, bestehende Kooperationen zu stärken, neue Kontakte zu ermöglichen und die Zusammenarbeit im Integrationsbereich langfristig zu intensivieren.

Format

Formeller Empfang mit anschließendem informellen Austausch. Das Format verbindet offizielle Programmpunkte mit dialogorientierten und niedrigschwelligen Begegnungsmöglichkeiten.

Inhalte/Vorgehen

Organisatorische Schritte:

Die Vorbereitung umfasst mehrere aufeinander abgestimmte Schritte. Zunächst erfolgt die offizielle Anfrage und Terminabstimmung mit dem Landesbeauftragten. Parallel dazu werden geeignete Räumlichkeiten frühzeitig gebucht und organisatorische Rahmenbedingungen geklärt.

Für die inhaltliche Gestaltung werden Verantwortlichkeiten für die Präsentation der lokalen Integrationsstrukturen (z.B. Runder Tisch Integration, Migrationsrat, Mitgliedschaft im „Sicheren Hafen“, Werk-statt-Schule/Café Dialog) festgelegt und Inhalte abgestimmt.

Die Organisation des Caterings erfolgt unter Berücksichtigung der Teilnehmendenzahl sowie verschiedener Ernährungsbedarfe (z.B. vegetarisch, vegan, halal). Die Öffentlichkeitsarbeit umfasst die gezielte Einladung relevanter Institutionen, die Information der Presse sowie ggf. die Erstellung von Flyern und Plakaten.

Zur Veranschaulichung der Arbeit vor Ort wird eine begleitende Ausstellung vorbereitet, in der Projekte des Café Dialog präsentiert werden. Für den kreativen Programmpunkt (szenische Lesung zu Fluchtgeschichten) werden Beteiligte angesprochen und Proben organisiert.

Weitere organisatorische Maßnahmen umfassen die Erstellung einer Teilnehmendenliste, die Vorbereitung von Namensschildern, die Planung der Bestuhlung, die Durchführung eines Technikchecks sowie die Finalisierung eines detaillierten Ablaufplans. Zudem wird eine verantwortliche Person benannt, die den Landesbeauftragten vor Ort empfängt.

Ablauf der Veranstaltung

Die Veranstaltung beginnt mit einer Begrüßung durch den Bürgermeister der Stadt Northeim, gefolgt von einer kurzen Rede des Landesbeauftragten. Anschließend findet eine moderierte Fragenrunde statt.

Darauf folgt eine gemeinsame Präsentation der Integrationsstrukturen in Northeim, in der zentrale Akteur*innen und Initiativen vorgestellt werden. Ein kreativer Programmpunkt in Form einer szenischen Lesung ermöglicht einen Perspektivwechsel und bringt individuelle Erfahrungen von Menschen mit Fluchterfahrung ein.

Im Anschluss erfolgt eine Führung durch das Café Dialog, bei der Projekte und Arbeitsansätze vor Ort vorgestellt werden. Der darauffolgende informelle Teil mit Catering bietet Raum für Austausch, Vernetzung und vertiefende Gespräche. Parallel dazu kann eine begleitende Ausstellung besucht werden.

Referent*innen/Mitwirkende

An der Veranstaltung wirken der niedersächsische Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe, Deniz Kurku, Vertreter*innen der Stadt Northeim (insbesondere aus den Bereichen Integration und Migration) sowie Vertreter*innen des Café Dialog mit. Ergänzt wird das Programm durch Beteiligte der szenischen Lesung.

Zeitraum/Dauer/Gruppengröße

Die Veranstaltung dauert etwa 2,5 Stunden und umfasst in der Regel 50 bis 70 Teilnehmende.

Räumlichkeiten und Ausstattung

Benötigt wird ein ausreichend großer, möglichst barrierearmer Veranstaltungsraum für den offiziellen Teil sowie das Café Dialog für den informellen Austausch. Zur technischen Ausstattung gehören Mikrofone, Lautsprecher, Beamer und Leinwand. Darüber hinaus werden Bestuhlung sowie Flächen für Catering und Ausstellung benötigt.

Ausgaben/Positionen

Zu den wesentlichen Kosten zählen Catering, Druckkosten für Informationsmaterialien, Honorare für Beteiligte der Lesung, technische Ausstattung sowie gegebenenfalls Raummiete.

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Werbung

Die Bewerbung erfolgt über gezielte Einladungsschreiben an relevante Institutionen und Organisationen sowie über Pressemitteilungen an lokale Medien. Ziel ist eine möglichst breite und fachlich relevante Beteiligung.

Nachhaltigkeit

Die Veranstaltung ist darauf ausgerichtet, über den einmaligen Anlass hinaus nachhaltige Wirkungen zu entfalten. Durch den direkten Austausch zwischen lokalen Akteur*innen und dem Landesbeauftragten werden Bedarfe gebündelt und Impulse für die Weiterentwicklung der Integrationsarbeit generiert.

Die im Rahmen der Veranstaltung geknüpften Kontakte tragen zur langfristigen Stärkung von Netzwerken und Kooperationen bei. Insbesondere die Einbindung von Vertreter*innen verschiedener Institutionen fördert die interdisziplinäre Zusammenarbeit und unterstützt Prozesse der interkulturellen Öffnung in den beteiligten Einrichtungen.

Zudem können Erkenntnisse und Impulse aus der Veranstaltung in zukünftige Planungen, Projekte und politische Entscheidungsprozesse einfließen und so zur nachhaltigen Weiterentwicklung der kommunalen Integrationsarbeit beitragen.

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Sonstiges

Eine Fotodokumentation der Veranstaltung sowie eine mögliche Berichterstattung in lokalen Medien tragen zur Sichtbarkeit der Integrationsarbeit bei. Auf einen barrierefreien Zugang zur Veranstaltung ist zu achten.

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Besonderheiten des ländlichen Raums:

Im ländlichen Raum kommt der Vernetzung von Akteur*innen eine besondere Bedeutung zu, da zentrale Strukturen häufig weniger ausgeprägt sind. Veranstaltungen wie dieser Empfang schaffen wichtige Gelegenheiten für Austausch und Kooperation, insbesondere auch unter Einbeziehung kleinerer Kommunen.

Zugleich kann die eingeschränkte Mobilität eine Herausforderung darstellen, sodass gegebenenfalls unterstützende Maßnahmen wie Fahrgemeinschaften oder Shuttle-Services berücksichtigt werden sollten.